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Konzertkasse Gerdes

Montag, 25.03.2019, 19:00 Uhr

SZENISCHE LESUNG zum 50.Todestag des Schriftstellers GÜNTHER WEISENBORN

Freie Akademie der Künste in Hamburg

SZENISCHE LESUNG zum 50.Todestag des Schriftstellers GÜNTHER WEISENBORN

 

 

Eine Kooperation mit der Badischen Landesbühne und der Akademie der Künste Berlin

 

 

 

 

Bist du ein Mensch, so bist du auch verletzlich

EINE SZENISCHE LESUNG ZUM 50.TODESTAG DES SCHRIFTSTELLERS GÜNTHER WEISENBORN

 

 Es lesen:

EVELYN NAGEL / RENÉ LAIER / CARSTEN RAMM

Klavier: CLAUS BANTZER

Künstlerische Leistung: CARSTEN RAMM

Dramaturgie: TRISTAN BENZMÜLLER

 

Günther Weisenborn,  ein junger Schriftsteller aus dem Rheinland, hat im Berlin der späten  Weimarer Republik großen Erfolg. Er verfasst Theaterstücke,  bearbeitet gemeinsam mit Bertolt Brecht und Hanns Eisler Maxim Gorkis  Roman „Die Mutter“ für die Bühne und schreibt unter dem Titel  „Barbaren“ einen Roman, der viel Beachtung findet. Mit der „Roten  Revue“ beziehen Berliner Künstler, unter ihnen Weisenborn, Brecht,  Eisler und Kurt Weill, deutlich Stellung gegen die immer stärker  werdenden Nationalsozialisten. Das rastlose künstlerische Schaffen  Weisenborns findet mit der Machtergreifung Hitlers 1933 ein jähes  Ende, sein Roman wird verbrannt. Unter Pseudonym schreibt Weisenborn  weiter. Er überlegt, zu emigrieren, doch nach einem halben Jahr in  New York kehrt er nach Berlin zurück.      

Günther Weisenborn  schließt sich der Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen an, die  von der Gestapo „Rote Kapelle“ genannt wird. Offiziell arbeitet  er beim Reichsrundfunk und als Chefdramaturg an Heinrich Georges  Schillertheater. 1942 wird die „Rote Kapelle“ aufgedeckt, ihre  Mitglieder werden verhaftet und größtenteils hingerichtet.  Weisenborn kommt ins Zuchthaus Luckau. 1945 wird er dort, nur einen  Tag, bevor er doch noch hingerichtet werden soll, von der Roten Armee  befreit. Zurück in Berlin gründet er das Hebbel-Theater und  schreibt ein Theaterstück über den Widerstand: „Die Illegalen“  zählt neben Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ zu den  meistgespielten deutschen Stücken der Nachkriegszeit. Mit seinem  „Memorial“, in dem er eindringliche Szenen aus Widerstand und  Haft Erinnerungen aus seinem vorherigen Leben in Freiheit  gegenüberstellt, gelingt ihm 1948 ein Bestseller.

Weisenborn ist über  die politischen Entwicklungen im Nachkriegsdeutschland entsetzt.  Immer wieder protestiert er gegen restaurative Tendenzen und warnt  vor dem Wiedererstarken des Faschismus. Seiner Meinung nach ist die  Entnazifizierung Deutschlands gescheitert. Ein besonderer Rückschlag  ist für ihn die Stimmung, die in den fünfziger Jahren gegen die  politische Linke geschürt wird. Er spricht von einem McCarthyismus  nach amerikanischem Vorbild, einer Hetze gegen alle, die politisch  links stehen und damit als kommunistenfreundlich gelten. Auch  Weisenborn selbst sieht sich Anfang der sechziger Jahre wiederholt  solchen Diffamierungen ausgesetzt.

„Er wirkt zunächst  still, bescheiden, verbindlich, weder rechthaberisch noch in  irgendeiner Weise radikal. Nichtsdestoweniger täuscht man sich, wenn  man diesen so besonnenen, noblen und sympathischen Mann für einen  Menschen hält, der seinen Frieden mit den bestehenden Verhältnissen  gemacht habe. Weisenborn ist viel zu konsequent, zu ehrlich, auch zu  klarsichtig, um sich mit dem, was leider ist, abfinden oder gar  arrangieren zu können. Das hat er noch nie gekonnt und wird es auch,  dessen bin ich gewiss, nie können.“ (Bernt Engelmann)

Regisseur Carsten  Ramm, Intendant der Badischen Landesbühne, hat sich auf Spurensuche  zu Weisenborns Leben und Werk gemacht und dazu im Archiv der Akademie  der Künste in Berlin und im Deutschen Literaturarchiv Marbach  recherchiert. Im März 2019 erscheint im Berliner Verbrecher Verlag  gleichzeitig mit der Neuauflage des „Memorial“ ein von Ramm  herausgegebenes Weisenborn-Lesebuch unter dem Titel „Bist du ein  Mensch, so bist du auch verletzlich“. Aus dem Material, das er  dafür zusammengetragen hat und zu dem auch bisher unveröffentlichte  Texte gehören, collagiert Carsten Ramm eine Lesung, die den heute  nahezu unbekannten Günther Weisenborn wiederentdeckt und im Kontext  seiner Zeit vorstellt. Dabei werden erstaunliche und zum Teil  erschreckende Parallelen zu unserer Gegenwart deutlich. Der Song  „Choral vom weißen Käse“ den Günther Weisenborn (Text)  zusammen mit Kurt Weill (Musik) 1931 für die „Rote Revue“  schrieb und der bis vor Kurzem als verschollen galt, wird im Rahmen  der Lesung erstmals wieder aufgeführt.

 
 

Preiskategorie: Freie Platzwahl  Eur 12,-- zzgl.Vorverkaufsgebühr

 

 

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2019-03-25 19:00:00
2019-03-25 21:00:00

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